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Blackjack Wahrscheinlichkeiten und der Hausvorteil in Zahlen

Der Dealer zeigt eine 6, du hast eine harte 12. Ob du ziehst oder stehst, hängt an einer Zahl: Mit einer offenen 6 überkauft sich der Dealer in 42,3 von 100 Fällen. Hier stehen die Blackjack Wahrscheinlichkeiten, die am Tisch wirklich zählen, dazu der Hausvorteil und der Grund, warum er beim Haus liegt, alle Werte aus unserer eigenen Berechnung.

Stand:

Regel 1 · Wie oft sich der Dealer überkauft

1.1

Eine Karte verrät fast alles. Der Dealer hat keine Wahl: Er zieht bis 16 und steht ab 17, so wollen es die Dealer-Regeln. Deshalb hängt die Wahrscheinlichkeit, dass er sich überkauft, fast nur an seiner offenen Karte. Die Grafik zeigt sie für 6 Decks und einen Dealer, der ab 17 steht, auch auf einer weichen 17. Dass der Dealer ab 17 stehen bleibt, schreiben alle 40 deutschen Spielbanken, deren Regeltext wir ausgewertet haben; eine eigene Regel für die weiche 17 nennt keine.

Balkendiagramm: der Dealer überkauft sich mit offener 6 in 42,3 Prozent der Fälle, mit offenem Ass in 11,5 Prozent – 6 Decks, Dealer steht auf 17
Berechnung: blackjackregeln.de, 6 Decks, Dealer steht auf 17, alle Fälle ohne verdeckte Karte.
Grafik einbinden
1.2

Die schwachen Karten: 2 bis 6. Mit einer offenen 2 überkauft sich der Dealer in 35,4 % der Fälle, mit einer 6 in 42,3 %. Der Grund liegt in der häufigsten Karte des Spiels: Knapp jede dritte Karte ist eine Zehnerkarte. Kommt sie zu einer 4, 5 oder 6, steht der Dealer bei 14 bis 16 und muss weiterziehen, und genau dabei geht er oft über 21.

1.3

Der Knick bei der 7. Ab der 7 fällt die Quote auf 26,2 %, weil 7 und Zehnerkarte bereits 17 ergeben und der Dealer stehen bleibt. Mit einer offenen 7 endet er deshalb in 36,9 % der Fälle auf genau 17, einem Wert, den du mit 18 schon schlägst. Mit 8, 9 und 10 sinkt die Quote weiter, auf 24,4, 22,9 und 21,2 %.

1.4

Das Ass ist seine stärkste Karte. Mit einem offenen Ass überkauft sich der Dealer nur in 11,5 % der Fälle, und in 30,9 % macht er Blackjack. An deutschen Tischen ohne verdeckte Karte zieht er seine zweite Karte erst nach dir, die Werte oben gelten also so, wie sie dastehen. Prüft ein Dealer dagegen vorab auf Blackjack, rechnest du nach der Prüfung mit anderen Zahlen: Mit Ass überkauft er sich dann in 16,7 %, mit einer 10 in 23,0 % der Fälle.

1.5

Über alle Runden. Gewichtet danach, wie oft jede Karte offen liegt, überkauft sich der Dealer in 28,2 % aller Runden. Zieht er auch auf einer weichen 17, steigt der Wert leicht, mit einer offenen 6 etwa von 42,3 auf 43,9 %.

1.6

Was das für deine Züge heißt. Die Grafik erklärt einen großen Teil der Grundstrategie auf einen Blick. Gegen 2 bis 6 überkauft sich der Dealer oft genug, dass du mit einer harten 13 bis 16 stehen bleibst und ihn ziehen lässt. Gegen 7 bis Ass überkauft er sich deutlich seltener, also musst du deine Hand selbst verbessern und ziehst. Die Ausnahmen, etwa die 12 gegen eine 2 oder 3, stehen in der Tabelle.

So endet der Dealer, je nach offener Karte (in %)
Offene Karte1718192021Blackjacküber 21
616,610,610,610,29,70,042,3
736,913,87,87,97,40,026,2
1011,211,211,234,03,57,721,2
Ass13,013,113,113,15,430,911,5

6 Decks, Dealer steht auf 17, ohne verdeckte Dealerkarte. Zeilen ergeben 100 % bis auf Rundung.

Regelfall Fall 46

Du hast eine harte 12, der Dealer zeigt eine 2. Dein Nachbar sagt: „Bleib stehen, der Dealer überkauft sich doch.“ Hat er recht?

Entscheidung

Nein. Mit einer offenen 2 überkauft sich der Dealer nur in 35,4 % der Fälle, also seltener als mit jeder anderen Karte von 2 bis 6. Nach unserer Berechnung verlierst du im deutschen Normalfall beim Stehen im Schnitt 29,3 Cent je Euro Einsatz, beim Ziehen 25,3 Cent. Du ziehst also. Gegen eine 4, 5 oder 6 bleibst du mit 12 dagegen stehen, siehe Tabelle.

Regel 2 · Wie wahrscheinlich ein Blackjack ist

2.1

Die Rechnung. Für einen Blackjack brauchst du ein Ass und eine Zehnerkarte als erste zwei Karten, in beliebiger Reihenfolge. Ein Schuh mit 6 Decks hat 312 Karten, darunter 24 Asse und 96 Zehnerkarten. Die Wahrscheinlichkeit ist 2 × 24/312 × 96/311, also 4,75 %. Du bekommst einen Blackjack damit ungefähr in jeder 21. Runde.

2.2

Mit einem Deck etwas öfter. Mit einem einzelnen Deck sind es 2 × 4/52 × 16/51, also 4,83 %. Der Unterschied entsteht nach der ersten Karte: Hast du ein Ass, sind im einzelnen Deck noch 16 von 51 Karten Zehnerkarten, im 6-Deck-Schuh nur 96 von 311. Klein, aber einer der Gründe, warum weniger Decks dir helfen, und derselbe Effekt, auf dem das Karten zählen beruht.

2.3

Der Dealer genauso oft. Über alle Runden hat der Dealer ebenfalls in 4,75 % der Fälle Blackjack. Zeigt er ein Ass, sind es 30,9 %, bei einer offenen 10 nur 7,7 %, weil dann ein Ass kommen muss und davon viel weniger im Schuh sind. Dass beide in derselben Runde Blackjack haben, passiert in 0,22 % der Runden, etwa einmal in 460. Dann ist es ein Unentschieden.

2.4

Ausgezahlt wird etwas seltener. Nach unserer Berechnung bekommst du in 4,53 % der Runden einen Blackjack ausgezahlt. Die Differenz zu 4,75 % sind die Runden, in denen der Dealer mit Ass oder 10 ebenfalls Blackjack macht. An Tischen ohne verdeckte Karte wartest du in diesen Fällen, bis er gezogen hat. CASINO SH und die Brandenburgischen Spielbanken zahlen deinen Blackjack laut Regeltext sofort aus, wenn die erste Karte der Bank keinen Blackjack mehr zulässt.

2.5

Was 3 zu 2 wert ist. Aus diesen Zahlen lässt sich der Preis einer schlechteren Auszahlung direkt ablesen. Zahlt ein Blackjack 6 zu 5 statt 3 zu 2, bekommst du 0,3 Einsätze weniger, und das in 4,53 % der Runden. 0,3 mal 4,53 % ergibt 1,36 Prozentpunkte mehr Hausvorteil, genau der Wert, den die Übersicht in Regel 5 zeigt.

2.6

Die Versicherung in Zahlen. Zeigt der Dealer ein Ass, bietet er dir die Versicherung an, eine Wette auf seinen Blackjack, die 2 zu 1 zahlt. Sie gewinnt in 30,9 % der Fälle. Fair wäre sie erst bei einem Drittel, und so verlierst du mit ihr im Schnitt 7,4 % des Versicherungseinsatzes.

Regel 3 · Was der Hausvorteil bedeutet

3.1

Eine Zahl für die lange Sicht. Der Hausvorteil ist der durchschnittliche Verlust pro Runde in Prozent des Grundeinsatzes. An deinem Tisch liegt er mit Grundstrategie bei 0,61 %, mit den üblichen deutschen Regeln bei 0,61 %. Setzt du 1.000 Runden lang je 10 €, verlierst du im Schnitt 61 €. Wie der einzelne Abend ausgeht, sagt die Zahl nicht.

3.2

Gemessen am Grundeinsatz. Verdoppeln und Splitten legen in manchen Runden mehr Geld auf den Tisch. Der Hausvorteil bezieht sich trotzdem auf den Einsatz, mit dem die Runde begann. Rechnet man den Verlust auf alles Geld um, das tatsächlich im Spiel war, fällt der Prozentsatz etwas kleiner aus.

3.3

Mit und ohne Strategie. Die 0,61 % gelten nur mit fehlerfreier Grundstrategie. Wer nie eine Karte nimmt, mit der er sich überkaufen könnte, also bei jeder harten 12 oder mehr stehen bleibt, spielt nach unserer Berechnung gegen 4,04 %. Wer die Regeln des Dealers kopiert, gegen 5,68 %. Welche Züge den Unterschied ausmachen, zeigt die Seite zur Blackjack Strategie.

3.4

Zum Vergleich. Beim Roulette mit einer Null verliert ein Satz auf eine einzelne Zahl im Schnitt 1/37 des Einsatzes, also 2,70 %. Blackjack mit Grundstrategie kostet dich an einem typischen deutschen Tisch weniger als ein Viertel davon. Ohne Strategie bist du beim Blackjack schlechter dran als mit diesem Roulette-Satz.

Regel 4 · Warum der Vorteil beim Haus liegt

4.1

Du spielst zuerst. Du entscheidest, bevor der Dealer eine Karte zieht. Überkaufst du dich, hast du sofort verloren, auch wenn er sich danach ebenfalls überkauft. Das ist die wichtigste Regel, die nur dem Haus nützt. Eine zweite, kleinere kommt an Tischen ohne verdeckte Dealerkarte dazu, also im deutschen Normalfall: Hat der Dealer Blackjack, verlierst du nach der üblichen europäischen Regel auch, was du durch Verdoppeln oder Teilen nachgelegt hast. Nach unserer Berechnung kostet das 0,11 Prozentpunkte. Die übrigen Regeln sind gleich oder günstiger für dich: Dein Blackjack zahlt 3 zu 2, seiner kostet deinen Grundeinsatz 1 zu 1, du darfst verdoppeln und splitten, und du darfst mit 12 stehen bleiben, wo er ziehen muss.

4.2

Die grobe Rechnung. Kopierst du die Regeln des Dealers, überkaufst du dich genauso oft wie er, in gut 28 von 100 Runden. Behandelt man beide Hände grob als unabhängig, überkaufen sich beide in derselben Runde in etwa 28,2 % mal 28,2 %, also knapp 8 % der Runden, und jede davon gewinnt das Haus. Zurück bekommst du durch die 3 zu 2 für deinen Blackjack etwa die Hälfte eines Einsatzes in 4,53 % der Runden, rund 2,3 Prozentpunkte. Unterm Strich bleiben ungefähr 5,7 %. Die genaue Berechnung für das Kopieren des Dealers ergibt 5,68 %.

4.3

Was die Strategie zurückholt. Von diesen 5,68 % holt dir die Grundstrategie über fünf Prozentpunkte zurück: Du verdoppelst in guten Lagen, teilst die richtigen Paare und bleibst mit 12 bis 16 stehen, wenn der Dealer eine schwache Karte zeigt und sich oft selbst überkauft. Den Nachteil der Reihenfolge beseitigt sie nicht, sie drückt ihn nur auf 0,61 %.

Regelfall Fall 47

Du überkaufst dich mit 23. Danach zieht der Dealer für die anderen Spieler und überkauft sich ebenfalls. Bekommst du deinen Einsatz zurück?

Entscheidung

Nein. Deine Hand war in dem Moment verloren, in dem sie über 21 ging, und der Dealer nimmt deinen Einsatz sofort. Was er danach zieht, betrifft nur noch die Hände, die im Spiel geblieben sind. Genau diese Regel ist die Quelle des Hausvorteils.

Regel 5 · Welche Regeln die Zahlen verschieben

5.1

Jede Regel hat einen Preis. Die Übersicht zeigt, wie sich der Hausvorteil ändert, wenn genau eine Regel vom deutschen Normalfall abweicht. Plus bedeutet: schlechter für dich.

So verschiebt eine einzelne Regel den Hausvorteil
Regeländerung gegenüber dem deutschen NormalfallHausvorteil (Prozentpunkte)
Dealer zieht auf weicher 17+0,22
Kein Verdoppeln nach dem Split+0,13
Verdoppeln auf jede Hand erlaubt−0,10
Verdoppeln nur auf 10 und 11+0,10
Aufgeben erlaubt−0,08
Dealer prüft auf Blackjack (verdeckte Karte)−0,11
8 statt 6 Decks+0,03
2 statt 6 Decks−0,20
1 Deck statt 6−0,50
Blackjack zahlt 6 zu 5 statt 3 zu 2+1,36
Ausgangspunkt: 6 Decks, Dealer steht auf 17, Verdoppeln auf 9–11, Verdoppeln nach Split, kein Aufgeben, ohne verdeckte Dealerkarte, Blackjack 3 zu 2 – Hausvorteil 0,61 % mit Grundstrategie. Plus heißt: schlechter für dich.
5.2

Die weiche 17. Zieht der Dealer auch auf einer weichen 17, überkauft er sich zwar etwas öfter, mit einem offenen Ass in 13,9 statt 11,5 % der Fälle. Er landet aber auch öfter auf 18 bis 21 statt auf einer schwachen 17, mit Ass in 49,5 statt 44,6 % der Fälle. Unterm Strich kostet dich das 0,22 Prozentpunkte.

5.3

Die verdeckte Karte. Prüft der Dealer vorab auf Blackjack, verlierst du bei seinem Blackjack nur den Grundeinsatz, weil du noch nicht verdoppeln oder splitten konntest. Das senkt den Hausvorteil um 0,11 Prozentpunkte. Eine verdeckte zweite Dealerkarte gibt es laut unserer Auswertung nur in Bad Homburg, Bad Neuenahr und Bad Dürkheim, und ob der Dealer dort vorab nachschaut, steht in keinem der Texte.

5.4

Die Auszahlung. Den größten Unterschied macht die Auszahlung für den Blackjack. Bei allen 40 deutschen Spielbanken, deren Regeltext wir ausgewertet haben, zahlt er 3 zu 2. Bad Homburg mischt zusätzlich ein eigenes Herz-Ass mit dem Bild von François Blanc in den Schuh, und ein Blackjack mit genau dieser Karte zahlt 3 zu 1.

Häufige Fragen zu den Wahrscheinlichkeiten

Wie oft überkauft sich der Dealer beim Blackjack?

Über alle Runden gerechnet in gut 28 von 100 Fällen, bei 6 Decks und wenn der Dealer auf 17 steht. Entscheidend ist seine offene Karte: Mit einer 6 überkauft er sich in 42,3 % der Fälle, mit einem Ass nur in 11,5 %.

Wie wahrscheinlich ist ein Blackjack?

Bei 6 Decks bekommst du in 4,75 % der Runden einen Blackjack, also ungefähr in jeder 21. Runde. Mit einem einzelnen Deck sind es 4,83 %. Ausgezahlt wird er etwas seltener, in 4,53 % der Runden, weil der Dealer manchmal ebenfalls Blackjack hat.

Wie hoch ist der Hausvorteil beim Blackjack?

Mit Grundstrategie im deutschen Normalfall 0,61 % des Grundeinsatzes: 6 Decks, Dealer steht auf 17, Verdoppeln auf 9 bis 11, Verdoppeln nach dem Split erlaubt, ohne Aufgeben und ohne verdeckte Dealerkarte. Ohne Strategie liegt er deutlich höher, wer die Regeln des Dealers kopiert, spielt gegen 5,68 %.

Warum hat das Casino beim Blackjack einen Vorteil?

Weil du zuerst spielst. Überkaufst du dich, hast du sofort verloren, auch wenn sich der Dealer danach ebenfalls überkauft. Fast alle anderen Regeln sind gleich oder günstiger für dich, etwa die Auszahlung 3 zu 2 für einen Blackjack oder das Verdoppeln. Die Ausnahme: Ohne verdeckte Dealerkarte nimmt sein Blackjack nach der üblichen europäischen Regel auch, was du verdoppelt oder geteilt hast. Das kostet dich 0,11 Prozentpunkte.

Mit welcher Karte überkauft sich der Dealer am häufigsten?

Mit einer offenen 6, in 42,3 % der Fälle bei 6 Decks, dicht gefolgt von der 5 mit 41,8 %. Mit 4, 5 und 6 landet er nach einer Zehnerkarte auf 14 bis 16 und muss weiterziehen. Ab der 7 fällt die Quote deutlich, weil 7 plus Zehnerkarte schon 17 ergibt.

Wie wahrscheinlich hat der Dealer mit einem Ass Blackjack?

Bei 6 Decks in 30,9 % der Fälle, denn nach dem Ass sind 96 von 311 Karten Zehnerkarten. Zeigt er eine 10, kommt in 7,7 % der Fälle ein Ass dazu. An deutschen Tischen ohne verdeckte Karte erfährst du das erst, wenn der Dealer nach allen Spielern zieht.

Ändert die Zahl der Decks die Wahrscheinlichkeiten?

Ein wenig. Mit weniger Decks wird ein Blackjack etwas häufiger, 4,83 % bei einem Deck statt 4,75 % bei sechs, und die Grundstrategie holt mehr heraus. Ein einzelnes Deck senkt den Hausvorteil nach unserer Berechnung um 0,50 Prozentpunkte, 8 statt 6 Decks erhöhen ihn um 0,03.

Wie wirkt sich 6 zu 5 auf die Gewinnchancen aus?

Stark. Du bekommst für einen Blackjack 0,3 Einsätze weniger, und ausgezahlt wird ein Blackjack in 4,53 % der Runden. Das macht 1,36 Prozentpunkte Hausvorteil aus, im deutschen Normalfall steigt er von 0,61 auf 1,97 %. Die Züge der Grundstrategie ändern sich dadurch nicht.

Wie oft haben Spieler und Dealer gleichzeitig Blackjack?

Bei 6 Decks in 0,22 % der Runden, etwa einmal in 460 Runden. Dann steht es unentschieden und du bekommst deinen Einsatz zurück. Hast du Blackjack, sinkt die Wahrscheinlichkeit für einen Dealer-Blackjack leicht, weil ein Ass und eine Zehnerkarte schon bei dir liegen.

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