Blackjack Dealer Regeln: wann der Dealer zieht und wann er steht
Der Dealer hat 15, alle anderen am Tisch stehen mit 13 oder 14, und er muss trotzdem noch eine Karte ziehen. Abwägen darf er nicht, auf die anderen Hände schauen auch nicht. Die Blackjack Dealer Regeln legen jeden seiner Züge fest, und genau deshalb lässt sich seine Hand vorausberechnen.
Stand:
R 1Grundsatz
Regel 1 · Warum der Dealer keine Wahl hat
1.1
Feste Regel. Du darfst ziehen, stehen, verdoppeln oder teilen, wie du willst. Der Dealer darf nichts davon selbst entscheiden. Die Spielbank Hamburg sagt es in ihrer Spielerklärung ohne Umschweife: „Im Gegensatz zum Mitspieler darf der Dealer nicht frei entscheiden: Er muss bis 16 Punkte ‚kaufen‘ und darf ab 17 Punkte keine weitere Karte mehr ziehen.“
1.2
Nur ziehen oder stehen. Der Dealer verdoppelt nicht, teilt nicht, gibt nicht auf und versichert sich nicht. Er zieht Karten, bis die Regel ihn stoppt, oder er überkauft sich.
1.3
Warum so starr. Mit freier Wahl hinge das Spiel am Urteil des Croupiers. Mit der festen Regel ist es überall dasselbe Spiel, und es ist berechenbar. Genau das nutzten Roger Baldwin, Wilbert Cantey, Herbert Maisel und James McDermott, als sie 1956 im „Journal of the American Statistical Association“ ihre Arbeit „The Optimum Strategy in Blackjack“ veröffentlichten: Weil der Dealer mechanisch spielt, lässt sich für jede Hand des Spielers ausrechnen, welcher Zug am wenigsten kostet.
R 2Grundregel
Regel 2 · Bis 16 ziehen, ab 17 stehen
2.1
Die Regel. Hat der Dealer 16 oder weniger, zieht er. Hat er 17 oder mehr, bleibt er stehen. So steht es bei allen 40 deutschen Spielbanken, deren Regeltext wir ausgewertet haben. Die Spielbanken Bayern formulieren es so: „Der Dealer muss bei einem Punktwert von 16 oder weniger weitere Karten ziehen. Bei einem Punktwert von 17 oder mehr darf er nicht mehr ziehen.“
2.2
Nach jeder Karte neu. Zeigt der Dealer eine 2 und zieht dann 3, 4 und 5, hat er 14 und muss weiter. Kommt jetzt eine 6, steht er auf 20.
101066
16 er muss ziehen
KK77
17 er muss stehen
AA66
Weiche 17 die Tischregel entscheidet
2.3
Was am Ende herauskommt. Weil die Regel so starr ist, lässt sich genau ausrechnen, wie eine Dealerhand endet: mit 17, 18, 19, 20, 21 oder überkauft. Nach unserer Berechnung für 6 Decks, bei denen der Dealer auf 17 steht, überkauft er sich insgesamt in rund 28 von 100 Runden. Wie oft genau, hängt stark von seiner offenen Karte ab. Mit einer 6 sind es rund 42 von 100 Fällen, mit einer Zehnerkarte rund 21, mit einem Ass rund 12. Die ganze Aufstellung steht bei den Wahrscheinlichkeiten.
2.4
Woher der Vorteil der Bank kommt. Aus der Reihenfolge. Du spielst zuerst, und wer sich überkauft, hat verloren, auch wenn sich der Dealer danach ebenfalls überkauft. Die Brandenburgischen Spielbanken schreiben auf ihrer Seite zum Spiel, der Hausvorteil sei „wesentlich darin begründet, dass die Dealer immer erst am Schluss an der Reihe sind“. Mit Grundstrategie liegt er an deinem Tisch bei 0,61 % des Einsatzes.
2.5
Den Dealer nachzumachen kostet. Wer einfach spielt wie der Dealer und bis 17 zieht, zahlt deutlich drauf. Die Spielbanken Bayern geben für genau diesen Fall eine Auszahlungsquote von 94,3 Prozent an, also rund 5,7 Prozent Verlust auf jeden Einsatz, fast das Zehnfache des Hausvorteils mit Grundstrategie. Du darfst verdoppeln, teilen und mit 12 bis 16 stehen bleiben, der Dealer nicht. Wer darauf verzichtet, verschenkt genau die Freiheiten, die den Nachteil der Reihenfolge fast ausgleichen.
AblaufWie der Dealer seine Hand zu Ende spielt
1/7 Die Regel
zieht bis 16steht 17–21überkauft
Zieht bei
16 oder weniger
Steht ab
17
Der Dealer entscheidet nichts – er folgt einer festen Regel.
2/7 Offene Karte
66
6
zieht bis 16steht 17–21überkauft
Offene Karte
Kreuz 6
Summe
harte 6
Die Regel sagt
muss ziehen
Er zeigt eine offene Karte, zum Beispiel eine 6.
3/7 Ziehen
663399
+3+96918
zieht bis 16steht 17–21überkauft
Offene Karte
Kreuz 6
Summe
harte 18
Gezogene Karten
2
Die Regel sagt
bleibt stehen
Er zieht, solange er 16 oder weniger hat.
4/7 Stehen
66AA
+A617
zieht bis 16steht 17–21überkauft
Offene Karte
Kreuz 6
Summe
weiche 17
Gezogene Karten
1
Die Regel sagt
bleibt stehen
Ab 17 bleibt er stehen – auch auf weicher 17, wie in deutschen Spielbanken.
5/7 Überkauft
6688DD
+8+D61424
zieht bis 16steht 17–21überkauft
Offene Karte
Kreuz 6
Summe
harte 24
Gezogene Karten
2
Die Regel sagt
überkauft
Überkauft ab
mehr als 21
Über 21 hat er sich überkauft – jede Hand, die noch steht, gewinnt.
6/7 Nachgezählt
gezählt42,3 %
exakt berechnet42,3 %
0 %50 %
überkauft, aus 100.000 Dealerhänden mit offener 6
Gezählte Hände
100.000
Überkauft, gezählt
42,3 %
Überkauft, exakt berechnet
42,3 %
Abstand
0,01 Prozentpunkte
Tausende Dealerhände aus dem Schlitten gezogen: Die gezählte Quote landet bei der exakt berechneten.
7/7 Gegenprobe
66AA1010
+A61717
zieht bis 16steht 17–21überkauft
Überkauft, steht auf 17
42,3 %
Überkauft, zieht auf weicher 17
43,9 %
Dasselbe, exakt berechnet
43,9 %
Hausvorteil, steht auf 17
0,61 %
Hausvorteil, zieht auf weicher 17
0,84 %
Unterschied
+0,22 Prozentpunkte
Zöge er auf weicher 17, stiege der Hausvorteil um 0,22 Prozentpunkte.
Der Dealer entscheidet nichts – er folgt einer festen Regel. Du triffst am Tisch Entscheidungen, der Dealer nicht. Er darf weder verdoppeln noch teilen, und er schaut nicht, was vor den anderen Händen liegt. Seine Züge legt eine einzige Regel fest: Bei 16 oder weniger zieht er, ab 17 bleibt er stehen. Weil diese Regel nach jeder Karte neu gilt, lässt sich jede Dealerhand vorausberechnen.
Er zeigt eine offene Karte, zum Beispiel eine 6. Vor dem Dealer liegt zunächst nur eine offene Karte, an deutschen Tischen fast immer ohne verdeckte zweite. Alles, was du über seine Hand weißt, steckt in dieser einen Karte. Hier ist es eine 6, die Karte, mit der sich der Dealer am häufigsten überkauft. Alle weiteren Karten kommen aus einem frisch gemischten Schlitten. Im Beispiel: Kreuz 6 – harte 6, der Dealer muss ziehen.
Er zieht, solange er 16 oder weniger hat. Nach der offenen Karte zieht der Dealer die nächste aus dem Schlitten und zählt neu. Liegt seine Summe bei 16 oder darunter, muss er noch eine Karte nehmen, ganz gleich, was vor den anderen Händen liegt. Das wiederholt sich Karte für Karte. Ein Ass zählt dabei als 11, solange die Hand damit nicht über 21 kommt, sonst als 1. Im Beispiel: Kreuz 6, Pik 3, Kreuz 9 – harte 18, der Dealer bleibt stehen.
Ab 17 bleibt er stehen – auch auf weicher 17, wie in deutschen Spielbanken. Sobald seine Summe 17 oder mehr beträgt, nimmt der Dealer keine Karte mehr. Das gilt auch für eine weiche 17 wie Ass und 6, bei der das Ass als 11 zählt. Keine deutsche Spielbank mit veröffentlichtem Regeltext nimmt die weiche 17 davon aus. Die Standard-Tischregeln dieser Seite gehen deshalb davon aus, dass er stehen bleibt. Im Beispiel: Kreuz 6, Kreuz Ass – weiche 17, der Dealer bleibt stehen.
Über 21 hat er sich überkauft – jede Hand, die noch steht, gewinnt. Geht die Summe über 21, hat sich der Dealer überkauft. Dann gewinnt jede Hand, die zu diesem Zeitpunkt noch im Spiel ist, ganz gleich mit welcher Summe. Wer sich vorher selbst überkauft hat, hat allerdings schon verloren, denn du spielst vor dem Dealer. Genau aus dieser Reihenfolge entsteht der Vorteil der Bank. Im Beispiel: Kreuz 6, Herz 8, Karo Dame – harte 24, der Dealer überkauft.
Tausende Dealerhände aus dem Schlitten gezogen: Die gezählte Quote landet bei der exakt berechneten. Wie oft endet das in einem Überkauf? Wir haben den Dealer immer wieder mit derselben offenen 6 aus dem gemischten Schlitten ziehen lassen und jede überkaufte Hand gezählt. Die gezählte Quote liegt dicht an der exakt berechneten Zahl, die auch bei den Wahrscheinlichkeiten steht. Je mehr Hände gezählt werden, desto kleiner wird der Abstand zwischen beiden. Gezählt: 42,3 % überkaufte Hände aus 100.000 Dealerhänden mit offener 6, exakt berechnet: 42,3 % – Abstand 0,01 Prozentpunkte.
Zöge er auf weicher 17, stiege der Hausvorteil um 0,22 Prozentpunkte. Manche Tische, vor allem in den USA, lassen den Dealer auf einer weichen 17 noch einmal ziehen. Er überkauft sich dann etwas öfter, und trotzdem verlierst du mehr: Aus der weichen 17 wird häufiger eine 18 bis 21 als ein Überkauf, und mit 17 hätte er keine Hand ab 18 geschlagen. Der Hausvorteil steigt dadurch messbar. Im Beispiel zieht er auf Kreuz 6 und Kreuz Ass noch Pik 10 und hat eine harte 17. Gezählt überkauft er sich dann in 43,9 % der Hände, exakt berechnet 43,9 % statt 42,3 %. Der Hausvorteil steigt von 0,61 % auf 0,84 %.
Gezählt aus einem gemischten Schlitten mit 6 Decks, bei jedem Aufruf mit demselben Startwert, daher immer dieselben Zahlen. Regel: Spielbanken Bayern, Spielregeln Black Jack; Spielbank Hamburg, Spielerklärung Black Jack. Exakt berechnete Werte für jede offene Karte: Wahrscheinlichkeiten.
RegelfallFall 23
Der Dealer hat eine Zehn und eine 5, also 15. Alle Spieler am Tisch stehen mit 13 oder 14. Darf er stehen bleiben und kassieren?
Entscheidung
Nein. Er muss ziehen, bis er mindestens 17 hat, auch wenn er mit 15 gerade jede Hand am Tisch schlagen würde. Keiner der Regeltexte deutscher Spielbanken sieht dafür eine Ausnahme vor. Für den Tisch ist das die Chance: Jede Karte ab der 7 überkauft ihn, das sind sieben der 13 Ränge. Bleibt ein Dealer trotzdem auf 15 stehen, ist das ein Fehler, den du sofort ansprichst, bevor die Einsätze eingezogen werden.
R 3Weiche 17
Regel 3 · Die weiche 17: S17 und H17
3.1
Was sie ist. Eine weiche 17 ist jede 17, in der ein Ass als 11 zählt: Ass und 6, aber auch Ass, 2 und 4. In den Regeln für den Dealer ist sie die einzige Stelle, an der sich Tische beim Ziehen unterscheiden.
3.2
Zwei Fassungen. Bei S17, im Englischen „stands on soft 17“, bleibt der Dealer auf jeder 17 stehen, auch auf der weichen. Bei H17, „hits soft 17“, zieht er auf der weichen 17 noch eine Karte und bleibt erst ab einer harten 17 oder einer weichen 18 stehen. An deinem Tisch gilt S17: Der Dealer bleibt auch auf Ass und 6 stehen.
3.3
Was deutsche Spielbanken schreiben. Keine deutsche Spielbank regelt die weiche 17 gesondert. Bei allen 40 Spielbanken mit veröffentlichtem Regeltext steht nur die einfache Grenze, ab 17 keine Karte mehr, ohne Ausnahme für das Ass. Nach dem Wortlaut steht der Dealer damit auch auf Ass und 6, denn das sind 17 Punkte. Die Spielbank Wiesbaden nennt ihre Regel sogar ausdrücklich „die für den Spieler vorteilhafte Regelung“. Die Standard-Tischregeln dieser Seite gehen deshalb von S17 aus.
3.4
Ein Satz, der nicht passt. Auf der Webseite der Spielbank Wiesbaden muss der Dealer ziehen, „bis er mindestens 16 Punkte hat“. Das widerspricht dem eigenen Regeltext des Hauses, nach dem die Bank bis einschließlich 16 zieht. Maßgeblich ist der Regeltext.
3.5
Was H17 kostet. H17 klingt nach einem Nachteil für den Dealer, denn er zieht öfter und überkauft sich öfter. Bei 6 Decks steigt seine Überkauf-Quote tatsächlich, von rund 28,2 auf 28,6 Prozent. Trotzdem verlierst du mehr: Der Hausvorteil steigt um rund 0,22 Prozentpunkte, im deutschen Normalfall von 0,61 auf 0,84 Prozent. Der Grund ist die weiche 17 selbst. Mit ihr schlägt der Dealer keine Hand ab 18, und zieht er darauf, wird daraus häufiger eine 18 bis 21 als eine überkaufte Hand. Der Anteil der Dealerhände, die mit genau 17 enden, sinkt von rund 14,5 auf 13,3 Prozent. An amerikanischen Tischen ist H17 weit verbreitet, prüf also bei jeder Strategietabelle, für welche Regel sie gerechnet ist.
RegelfallFall 24
Der Dealer zeigt ein Ass und zieht als zweite Karte eine 6. Du stehst mit 17. Zieht er noch eine Karte?
Entscheidung
An deinem Tisch nicht. Ass und 6 sind 17, und ab 17 zieht der Dealer keine Karte mehr, auch nicht auf einer weichen 17. Es steht 17 gegen 17, du bekommst deinen Einsatz zurück.
Wer an einem deutschen Tisch ganz sicher sein will, fragt vor dem ersten Einsatz.
R 4Hole Card
Regel 4 · Mit oder ohne verdeckte Dealerkarte
4.1
Ohne verdeckte Karte. An den meisten europäischen Tischen liegt vor dem Dealer zunächst nur eine offene Karte. Die zweite zieht er, wenn alle Spieler fertig sind, im Englischen heißt das „no hole card“. CASINO SH beschreibt den Ablauf so: „zuerst je eine Karte an die bespielten Boxen, zuletzt eine an die Bank. […] Nachdem sich alle Boxenspieler erklärt haben, zieht der Dealer seine weiteren Karten.“ So oder fast wortgleich spielen 36 der 40 deutschen Häuser mit veröffentlichtem Regeltext, beim Casino Konstanz ist die Beschreibung nicht eindeutig.
4.2
Mit verdeckter Karte. In amerikanischen Casinos nimmt der Dealer gleich eine zweite, verdeckte Karte, die Hole Card. Zeigt er ein Ass oder eine Zehnerkarte, prüft er verdeckt, ob er Blackjack hat. Hat er ihn, ist die Runde sofort vorbei, bevor jemand verdoppeln oder teilen konnte.
4.3
Drei Häuser in Deutschland. In Bad Homburg, Bad Neuenahr und Bad Dürkheim bekommt der Dealer seine zweite Karte gleich verdeckt. Die Spielanleitung aus Bad Neuenahr: „Die zweite Karte für den Dealer wird verdeckt gegeben.“ Einen Blick darauf vor den Spielerentscheidungen erwähnt keines der drei. Bei den Brandenburgischen Spielbanken widersprechen sich zwei Unterlagen: Die Spielregeln von 2020 geben dem Dealer nur eine Karte, die Spielerklärung von 2022 lässt sich auch anders lesen.
4.4
Was der Unterschied wert ist. Ohne verdeckte Karte weißt du beim Verdoppeln und Teilen nicht, ob der Dealer schon Blackjack hat. Bei 6 Decks macht das rund 0,11 Prozentpunkte Hausvorteil aus: 0,61 Prozent ohne verdeckte Karte, 0,50 Prozent, wenn der Dealer vorher prüft. Dazu ändern sich einzelne Züge. Mit 11 gegen eine Zehn verdoppelst du nach unserer Berechnung nur, wenn der Dealer vorher prüft oder sein Blackjack nur den Grundeinsatz kostet; an einem Tisch ohne Prüfung, an dem sein Blackjack alles kostet, ziehst du nur. Mehr dazu beim Verdoppeln.
R 5Blackjack
Regel 5 · Wenn der Dealer Blackjack hat
5.1
Nur aus zwei Karten. Ein Blackjack des Dealers zählt nur aus seinen ersten beiden Karten, genau wie bei dir. Wiesbaden schreibt das ausdrücklich auch für die Bank. Zieht der Dealer aus drei Karten 21, ist das eine normale 21.
5.2
Wer verliert. Hat der Dealer Blackjack, verliert jede Hand am Tisch, auch eine 21 aus drei Karten. Nur ein eigener Blackjack endet unentschieden, dann behältst du deinen Einsatz.
5.3
Nach Verdoppeln oder Teilen.An deinem Tisch gilt die übliche europäische Regel: Weil der Dealer seine zweite Karte erst nach dir zieht, kostet sein Blackjack auch die Einsätze, die du durch Verdoppeln oder Teilen dazugelegt hast. Die veröffentlichten Regeln deutscher Spielbanken sagen dazu nichts. Frag am Tisch, bevor du gegen eine Zehn oder ein Ass verdoppelst oder teilst. Mehr dazu beim Verdoppeln.
RegelfallFall 25
Du hast Ass und König, der Dealer zeigt eine Zehn. Der Croupier zahlt dich nicht aus, sondern spielt erst die anderen Boxen. Zu Recht?
Entscheidung
Ja. Mit einer Zehn als offener Karte kann der Dealer selbst noch Blackjack bekommen, und dann endet deine Hand unentschieden statt mit 3 zu 2. An deinem Tisch zieht er seine zweite Karte erst nach allen Spielern, bis dahin wartet dein Blackjack.
Anders bei einer offenen 2 bis 9: Dann ist dein Blackjack nicht mehr einzuholen. CASINO SH zahlt ihn deshalb sofort aus, „falls die erste Karte der Bank keinen Black Jack mehr zulässt“, und die Brandenburgischen Spielbanken machen es genauso.
R 6Versicherung
Regel 6 · Der Moment der Versicherung
6.1
Wann und wie viel. Zeigt die erste Karte des Dealers ein Ass, bietet er die Versicherung an. Die Spielregeln der Brandenburgischen Spielbanken für Potsdam und Cottbus verlangen, dass du sie „vor Ausgabe weiterer Karten“ setzt, und zwar „die Hälfte“ deines ursprünglichen Einsatzes. So steht es fast überall, nur Wiesbaden und Bad Dürkheim lassen auch einen kleineren Betrag bis zur Hälfte zu. In allen 31 deutschen Regeltexten, die die Versicherung erwähnen, zahlt sie 2 zu 1.
6.2
Die Rechnung. Die Versicherung ist eine eigene Wette darauf, dass der Dealer Blackjack bekommt. Gerechnet für 6 Decks hat er mit offenem Ass in rund 30,9 von 100 Fällen Blackjack. Damit sich eine Wette mit der Quote 2 zu 1 trägt, müssten es 33,3 sein. Im Schnitt verlierst du also rund 7 Cent je Euro, den du versicherst. Du lässt sie am besten liegen, auch mit einer starken eigenen Hand.
6.3
Even Money. Hast du selbst Blackjack, heißt dasselbe Angebot Even Money: Du lässt dir den Blackjack sofort 1 zu 1 auszahlen, statt auf 3 zu 2 zu spielen. Wiesbaden nennt es so, die Spielbanken Bayern lassen dafür „pay me out“ ansagen. Rechnerisch ist es genau die Versicherung, mit demselben Nachteil. Die ganze Rechnung steht bei der Versicherung.
R 7Spielbanken
Regel 7 · Die Hausregeln deutscher Spielbanken
7.1
Wer die Regeln festlegt. Kein Landesgesetz, das wir geprüft haben, schreibt vor, wie Black Jack zu spielen ist. Die bayerische Spielbankordnung etwa sagt: „Die Spielbankleitung setzt die Spielregeln nach den internationalen Gepflogenheiten fest. Die Spielregeln für alle veranstalteten Spiele sind in den Spielsälen auszuhängen.“ Verbindlich ist also der Aushang im Haus. Die Tabelle zeigt, was die Häuser online veröffentlichen.
Blackjack-Hausregeln deutscher Spielbanken, laut veröffentlichten Spielregeln
Staatliche Lotterie- und Spielbankverwaltung in BayernBad Füssing, Bad Kissingen, Bad Kötzting, Bad Reichenhall, Bad Steben, Bad Wiessee, Feuchtwangen, Garmisch-Partenkirchen, Lindau (Bodensee)
Spielbank BerlinBerlin (Spandau, Altstädter Ring), Berlin (Mitte, Alexanderplatz), Berlin (Charlottenburg, Kurfürstendamm), Berlin (Tiergarten, Marlene-Dietrich-Platz)
Stand der Hausregeln: 22. September 2026. „–“ heißt: die veröffentlichte Regel sagt dazu nichts. „Alte Broschüre“: der Wert steht nur in einer älteren, undatierten Spielerklärung, nicht in der aktuellen. Bad Homburg ist mit dem klassischen Tisch erfasst, der Free-Bet-Tisch hat eigene Regeln. Die Regelseite der Spielbank Bremen ist während des Umbaus nicht erreichbar. Ohne veröffentlichten Regeltext: Baden-Baden, Kassel, Rostock (Petridamm 22A), Saarbrücken.
7.2
Was typisch ist. Der deutsche Normalfall ist eindeutig. Der Dealer steht ab 17 (40 von 40 Häusern), zahlt Blackjack 3 zu 2 (40 von 40) und bekommt beim Austeilen keine verdeckte Karte (36 von 40, ein Haus nicht eindeutig). Verdoppeln erlauben 27 aktuelle Regeltexte nur auf 9, 10 oder 11, dazu vier Häuser in Nordrhein-Westfalen mit einer alten Broschüre. Wo eine Deckzahl genannt wird, sind es 6 oder bis zu 6. Genau das ist oben unter „Deine Tischregeln“ voreingestellt.
7.3
Was fehlt. Aufgeben erwähnt kein einziger Regeltext. Die weiche 17 regelt keiner gesondert, und was nach einem Verdoppeln an einen Blackjack des Dealers verloren geht, steht nirgends. Schweigen ist dabei kein Verbot, nur eine Lücke. Wie wir beim Aufgeben damit umgehen, steht auf der Seite zum Aufgeben.
7.4
Hamburg und Wiesbaden. In Hamburg darfst du auf jede Zwei-Karten-Hand verdoppeln, ausdrücklich auch dann, wenn der Einsatz „bereits das Maximum erreicht hat“. Wiesbaden begrenzt das Teilen: höchstens dreimal pro Box, „sodass maximal vier Hände entstehen“.
7.5
Asse und Zehnen im Norden. Die Merkur-Spielbanken in Niedersachsen sind die einzigen, die das erneute Teilen von Assen ausdrücklich erlauben. CASINO SH wertet eine geteilte Zehnerkarte mit einem Ass als Blackjack, was in keinem anderen Regeltext steht, siehe die Kartenwerte.
7.6
Bad Homburg. Die François-Blanc-Spielbank hat eine eigene Karte im Spiel. Sie mischt ein Herz-Ass mit dem Bild von François Blanc ein, nach dem das Haus benannt ist, und ein Black Jack mit dieser Karte zahlt 3 zu 1.
Fragen
Häufige Fragen zu den Blackjack Dealer Regeln
Wann muss der Dealer beim Blackjack ziehen?
Immer dann, wenn er 16 oder weniger hat. Ab 17 darf er keine Karte mehr ziehen. Die Regel gilt nach jeder Karte neu, der Dealer zieht also so lange, bis er mindestens 17 hat oder sich überkauft. In allen 40 deutschen Spielbanken mit veröffentlichtem Regeltext steht genau diese Grenze.
Zieht der Dealer auf einer weichen 17?
Das hängt vom Tisch ab. Bei der Regel S17 bleibt er auf jeder 17 stehen, bei H17 zieht er auf Ass und 6 noch eine Karte. Deutsche Spielbanken regeln die weiche 17 nicht gesondert; ihr Wortlaut „ab 17 keine Karte mehr“ spricht dafür, dass der Dealer auch darauf stehen bleibt. H17 erhöht den Hausvorteil nach unserer Berechnung um rund 0,22 Prozentpunkte.
Warum darf der Dealer beim Blackjack nicht selbst entscheiden?
Weil er für die Spielbank spielt und das Spiel an jedem Tisch gleich sein soll. Mit freier Wahl hinge der Ausgang am Urteil des Croupiers. Die feste Regel macht seine Hand berechenbar, und genau darauf beruht jede Strategietabelle. Die Spielbank Hamburg schreibt es wörtlich: Der Dealer darf „nicht frei entscheiden“.
Was bedeutet Hole Card beim Blackjack?
Die Hole Card ist die zweite, verdeckte Karte, die der Dealer an amerikanischen Tischen gleich beim Austeilen bekommt. Zeigt er ein Ass oder eine Zehnerkarte, sieht er verdeckt nach, ob er Blackjack hat. An den meisten europäischen Tischen gibt es keine Hole Card: Der Dealer zieht seine zweite Karte erst, wenn alle Spieler fertig sind.
Spielen deutsche Spielbanken mit verdeckter Dealerkarte?
Fast keine. In 36 der 40 Spielbanken mit veröffentlichtem Regeltext liegt vor dem Dealer anfangs nur eine offene Karte, die zweite folgt nach den Spielern. Beim Casino Konstanz lässt der Text das offen. Drei Häuser weichen ab: Bad Homburg, Bad Neuenahr und Bad Dürkheim. Keines von ihnen schreibt, ob der Dealer mit seiner verdeckten Karte vorher auf Blackjack prüft.
Was passiert, wenn der Dealer Blackjack hat?
Dann verliert jede Hand am Tisch, auch eine 21 aus drei oder mehr Karten. Nur wer selbst Blackjack hat, spielt unentschieden und behält seinen Einsatz. Wer eine Versicherung gesetzt hat, bekommt sie 2 zu 1 ausgezahlt. Ein Blackjack des Dealers zählt nur aus seinen ersten beiden Karten, genau wie deiner.
Verliere ich meinen verdoppelten Einsatz gegen einen Dealer-Blackjack?
An Tischen ohne verdeckte Dealerkarte ist das die übliche europäische Regel: Der Blackjack des Dealers nimmt auch die Einsätze, die du durch Verdoppeln oder Teilen dazugelegt hast. In den veröffentlichten Regeltexten deutscher Spielbanken steht dazu allerdings nichts, in keinem der 40. Frag deshalb am Tisch nach, bevor du gegen eine Zehn oder ein Ass verdoppelst.
Wie oft überkauft sich der Dealer?
Gerechnet für 6 Decks, bei denen der Dealer auf 17 steht, in rund 28 von 100 Runden. Am meisten hängt an seiner offenen Karte. Zeigt er eine 6, sind es rund 42 von 100 Fällen, bei einer Zehnerkarte rund 21, bei einem Ass nur rund 12. Alle Werte stehen bei den Wahrscheinlichkeiten.
Darf der Dealer splitten oder verdoppeln?
Nein. Der Dealer verdoppelt nicht, teilt nicht, gibt nicht auf und versichert sich nicht. Er zieht nur Karten, bis er mindestens 17 hat oder sich überkauft. Alle Entscheidungen am Tisch liegen bei den Spielern, und genau das ist der Grund, warum eine gute Strategie den Hausvorteil drücken kann.
Sind die Blackjack Dealer Regeln in allen Spielbanken gleich?
Im Kern ja. Bis 16 zieht der Dealer, ab 17 steht er, so halten es alle 40 deutschen Häuser mit veröffentlichtem Regeltext. Unterschiede gibt es bei der verdeckten Karte, beim Verdoppeln und bei Sonderregeln wie in Hamburg, Wiesbaden oder bei CASINO SH. Die Übersicht steht in Regel 7 auf dieser Seite.