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So funktionieren die Tischregeln

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Schau auf das Schild am Tisch oder in die Hausregeln der Spielbank und stell hier ein, was dort steht. Regeln, Tabelle und Rechner auf allen Seiten folgen dann diesen Tischregeln. Gespeichert wird nur in deinem Browser.

Papercut-Illustration: eine Balkenwaage mit vier Assen auf der einen und einem Gewicht auf der anderen Seite, umgeben von Pfeilen

Blackjack Strategie: Tipps, die helfen, und deine echten Gewinnchancen

Du hast 16, der Dealer zeigt eine 10, und dein Nachbar rät dir, lieber stehen zu bleiben. Eine Blackjack Strategie beantwortet solche Momente mit einer Rechnung statt mit Bauchgefühl. Hier steht, welche Blackjack Tipps den Hausvorteil tatsächlich drücken, welche nur gut klingen und wie deine Blackjack Gewinnchancen an einem deutschen Tisch in Zahlen aussehen.

Stand:

Regel 1 · Was die Blackjack Strategie ist und woher sie kommt

1.1

Ein Zug für jede Lage. Die Grundstrategie legt für jede Kombination aus deinen ersten beiden Karten und der offenen Karte des Dealers genau einen Zug fest: ziehen, stehen, verdoppeln oder splitten. Gewählt wird jeweils der Zug, der auf lange Sicht am wenigsten kostet. Mehr steckt nicht dahinter. Deshalb passt die ganze Blackjack Strategie auf eine Tabelle von der Größe einer Postkarte.

1.2

Vier Männer mit Rechenmaschinen. Die erste brauchbare Rechnung dazu veröffentlichten Roger Baldwin, Wilbert Cantey, Herbert Maisel und James McDermott im September 1956 im Journal of the American Statistical Association, unter dem Titel „The Optimum Strategy in Blackjack“. Sie arbeiteten ohne Computer, nur mit mechanischen Tischrechnern, und legten ein Jahr später das Buch „Playing Blackjack to Win“ nach. Ihr Ergebnis gilt als die erste im Kern richtige Grundstrategie.

1.3

Thorp macht daraus ein Massenthema. Der Mathematiker Edward O. Thorp griff die Arbeit auf und veröffentlichte 1962 „Beat the Dealer“. Das Buch brachte die Grundstrategie einem breiten Publikum nahe und zeigte zugleich, dass sich die Lage mit jeder gespielten Karte verschiebt. Das ist der Ausgangspunkt für das Karten zählen.

1.4

Unsere Tabelle ist eine eigene Rechnung. Die Züge in unserer Blackjack Tabelle haben wir für jede Kombination von Tischregeln aus den Kartenwahrscheinlichkeiten selbst berechnet und danach mit zwei unabhängig veröffentlichten Strategierechnern verglichen. Stellst du oben die Regeln deines Tisches ein, siehst du deshalb die Züge für genau diesen Tisch und nicht die übliche amerikanische Standardtabelle, die an deutschen Tischen an einigen Stellen danebenliegt.

Regel 2 · Was Strategie kann und was nicht: deine Gewinnchancen in Zahlen

2.1

Der Hausvorteil bleibt. Mit fehlerfreier Grundstrategie liegt der Hausvorteil an deinem Tisch bei 0,61 % des Grundeinsatzes. Im deutschen Normalfall, also mit 6 Decks, Dealer steht auf 17, Verdoppeln auf 9 bis 11, Verdoppeln nach dem Split erlaubt, ohne Aufgeben und ohne verdeckte Dealerkarte, sind es 0,61 %. Von 100 € Einsatz behält das Haus auf lange Sicht im Schnitt also 61 Cent.

2.2

Was das für deine Blackjack Gewinnchancen heißt. Zum Vergleich: Beim Roulette mit einer Null liegt der Vorteil der Bank bei einem Satz auf eine einzelne Zahl bei 1 zu 37, also 2,70 %. Blackjack mit Grundstrategie kostet dich weniger als ein Viertel davon. Ob du an einem einzelnen Abend gewinnst, entscheidet trotzdem das Glück; die Gewinnchancen über viele Runden entscheidest du mit deinen Zügen.

2.3

Was Strategie nicht kann. Sie macht aus dem Vorteil des Hauses keinen Vorteil für dich. Unsere Berechnung geht davon aus, dass vor jeder Runde neu gemischt wird, und unter dieser Annahme gibt es an den Tischen, die in deutschen Spielbanken üblich sind, keine Spielweise, die den Hausvorteil umdreht. Wer auf Dauer vorn liegen will, braucht Wissen über die restlichen Karten im Schuh.

2.4

Ohne Strategie wird es teuer. Wie viel die Grundstrategie wert ist, zeigen zwei beliebte Ersatzlösungen, beide für den deutschen Normalfall durchgerechnet. Wer einfach die Regeln des Dealers kopiert, also bis 16 zieht, ab 17 steht und nie verdoppelt oder splittet, spielt gegen einen Hausvorteil von 5,68 %, gut neunmal so viel. Wer nie eine Karte nimmt, mit der er sich überkaufen könnte, landet bei 4,04 %. Warum ausgerechnet das Kopieren des Dealers so schlecht abschneidet, obwohl beide dieselben Regeln befolgen, erklärt die Seite zu den Wahrscheinlichkeiten: Du musst zuerst entscheiden, und wer sich zuerst überkauft, hat verloren.

Regel 3 · Die wenigen Entscheidungen, die am meisten zählen

3.1

Nicht jedes Feld ist gleich wichtig. Die Tabelle hat 350 Felder. Viele sind knapp: Ob du mit einer harten 16 gegen eine 10 ziehst oder stehst, macht nach unserer Berechnung weniger als einen halben Cent je Euro aus. Andere Fehler kosten richtig Geld, weil die Lage oft vorkommt und der Abstand zwischen bestem und zweitbestem Zug groß ist. Für den deutschen Normalfall haben wir ausgerechnet, was es über alle Runden gemittelt kostet, eine ganze Gruppe von Entscheidungen falsch zu treffen.

Was ein falscher Zug im Schnitt kostet
LageRichtigKosten des falschen Zugs
Harte 12 bis 16 gegen 7 bis Assziehen2,60 % beim Stehen
Harte 12 bis 16 gegen 2 bis 6, außer 12 gegen 2 und 3stehen1,59 % beim Ziehen
9, 10 und 11, wo die Tabelle Verdoppeln zeigtverdoppeln1,14 % beim bloßen Ziehen
Paare, die geteilt werdensplitten0,53 % ohne Teilen
Weiche 17 aus Ass und 6ziehen0,22 % beim Stehen

Prozent des Grundeinsatzes pro Runde, gemittelt über alle Runden, nur die erste Entscheidung mit zwei Karten. 6 Decks, Dealer steht auf 17, Verdoppeln auf 9 bis 11, ohne verdeckte Dealerkarte.

3.2

Die erste Zeile ist die wichtigste. Eine harte 12 bis 16 gegen eine offene 7 oder höher hast du in knapp 23 von 100 Runden vor dir. Wer dann aus Angst vor dem Überkaufen stehen bleibt, zahlt dafür im Schnitt 2,6 % seines Einsatzes pro Runde drauf, gut viermal so viel wie der gesamte Hausvorteil. Der Grund ist schlicht: Mit einer 7 bis Ass überkauft sich der Dealer deutlich seltener, und mit 16 gewinnst du nur, wenn er sich überkauft.

3.3

Die zweite Zeile ist das Spiegelbild. Zeigt der Dealer eine 2 bis 6, überkauft er sich in 35 bis 42 von 100 Fällen. Dann lässt du ihn die Arbeit machen und bleibst mit 13 bis 16 stehen, mit 12 nur gegen 4, 5 und 6.

3.4

Zwei Stellen hängen an der verdeckten Karte. An deinem Tisch gibt es keine verdeckte Dealerkarte, und ein Blackjack des Dealers nimmt auch verdoppelte und geteilte Einsätze mit. So lautet die übliche europäische Lesart, die deutschen Regeltexte sagen dazu nichts. Deshalb verdoppelst du 11 gegen eine 10 nicht, und zwei Achten gegen eine 10 oder ein Ass teilst du nicht. Amerikanische Tabellen sagen an beiden Stellen das Gegenteil. Die Tabelle und der Trainer folgen den Tischregeln, die oben eingestellt sind.

3.5

Lernen in dieser Reihenfolge. Wer die Blackjack Strategie lernen will, arbeitet die Tabelle oben von der ersten Zeile an ab: erst die harten Hände, dann das Verdoppeln, dann die Paare, zuletzt die weichen Hände. So sitzen die teuersten Fehler zuerst.

Regelfall Fall 40

Du hast zwei Achten, der Dealer zeigt eine 10. Dein Nachbar sagt: „Achten teilt man immer.“ Hat er an einem deutschen Tisch recht?

Entscheidung

Nein. An deinem Tisch ohne verdeckte Dealerkarte teilst du nicht, sondern spielst die Hand als harte 16. Im deutschen Normalfall kostet das Ziehen im Schnitt 57,1 Cent je Euro, das Teilen 61,6 Cent, weil ein Blackjack des Dealers, der mit einer offenen 10 in 7,7 von 100 Fällen kommt, beide Einsätze nimmt. Die Regel „Achten immer teilen“ stammt von Tischen, an denen der Dealer vorab auf Blackjack prüft.

Regel 4 · Blackjack Tipps, die nicht helfen

4.1

Progressionen ändern nichts am Vorteil. Beim Martingale-System verdoppelst du nach jedem Verlust den Einsatz, bis ein Gewinn alles zurückholt. Das klingt sicher und ist es nicht. Jede einzelne Runde hat denselben negativen Erwartungswert, ganz gleich, wie viel du setzt, und eine Summe negativer Erwartungswerte bleibt negativ. Die Progression ändert nur die Form des Verlusts: viele kleine Gewinne, selten ein sehr großer Einbruch.

4.2

Das Tischlimit beendet jede Reihe. In den bayerischen Spielbanken Bad Wiessee, Feuchtwangen und Garmisch-Partenkirchen reichen die Einsätze am Blackjack-Tisch laut Hausangabe von 5 bis 1.000 €. Wer mit 5 € anfängt und nach jedem Verlust den Einsatz verdoppelt, hat nach acht verlorenen Runden in Folge 1.275 € verloren, und der nächste Einsatz von 1.280 € ist gar nicht erlaubt. Beim Blackjack geht die Rechnung nicht einmal glatt auf, weil Verdoppeln und Splitten den Einsatz mitten in der Runde erhöhen und ein Blackjack 3 zu 2 zahlt.

Regelfall Fall 41

Du hast fünf Runden in Folge verloren, mit 5, 10, 20, 40 und 80 €. Jetzt setzt du 160 €, weil ein Gewinn „fällig“ sei. Stimmt das?

Entscheidung

Nein. Die Karten wissen nichts von deinen letzten Runden. Wird vor jeder Runde neu gemischt, sind die Chancen der nächsten Runde genau dieselben wie in der ersten. Spielt der Dealer aus einem Schuh, zählt allein, welche Karten noch darin stecken, nicht ob du zuletzt gewonnen oder verloren hast. Du riskierst jetzt 160 €, um 155 € Verlust auszugleichen, bei unverändert leicht negativem Erwartungswert.

4.3

„Rechne immer mit einer 10 beim Dealer.“ Die Faustregel klingt plausibel, weil Zehnerkarten die häufigste Sorte sind, 16 von 52 Karten. Trotzdem ist die nächste Karte des Dealers im 6-Deck-Schuh nur in knapp einem Drittel der Fälle eine Zehnerkarte: Bei einer offenen 2 bis 9 sind es 96 von 311 Karten, also 30,9 %. Wer mit der Faustregel spielt, macht vor allem gegen 2 und 3 Fehler. Mit einer 12 bleibt er stehen, weil er dem Dealer schon eine 12 oder 13 unterstellt, mit der dieser weiterziehen muss. Richtig ist Ziehen, und gegen eine 2 macht das nach unserer Berechnung rund 4 Cent je Euro Einsatz aus.

4.4

„Überkauf dich nie.“ Wer bei jeder harten 12 oder mehr stehen bleibt, spielt nach unserer Rechnung gegen 4,04 % Hausvorteil statt 0,61 %. Das ist der teuerste der verbreiteten Blackjack Tipps.

4.5

„Versichere ein gutes Blatt.“ Die Versicherung zahlt 2 zu 1 und wäre erst fair, wenn mehr als ein Drittel der restlichen Karten Zehnerkarten sind. Im vollen 6-Deck-Schuh sind es nach einem Dealer-Ass 30,9 %, damit verlierst du im Schnitt 7,4 % des Versicherungseinsatzes. An deiner eigenen Hand hängt diese Wette nicht, also auch nicht an einem guten Blatt. Warum das für einen eigenen Blackjack genauso gilt, steht unter Versicherung.

4.6

Heiße und kalte Tische gibt es nicht. Eine Serie von Gewinnen oder Verlusten sagt über die nächste Runde nichts.

Regel 5 · Die echten Hebel: die Regeln am Tisch

5.1

Regeln wiegen mehr als Tricks. Die meisten Blackjack Tipps drehen sich um einzelne Züge. Innerhalb der Grundstrategie gibt es aber nichts mehr herauszuholen. Die Tischregeln dagegen verschieben den Hausvorteil spürbar, und die kannst du dir aussuchen, indem du dir den Tisch aussuchst. Die folgende Übersicht zeigt, was eine einzelne Regeländerung gegenüber dem deutschen Normalfall bewirkt.

So verschiebt eine einzelne Regel den Hausvorteil
Regeländerung gegenüber dem deutschen NormalfallHausvorteil (Prozentpunkte)
Dealer zieht auf weicher 17+0,22
Kein Verdoppeln nach dem Split+0,13
Verdoppeln auf jede Hand erlaubt−0,10
Verdoppeln nur auf 10 und 11+0,10
Aufgeben erlaubt−0,08
Dealer prüft auf Blackjack (verdeckte Karte)−0,11
8 statt 6 Decks+0,03
2 statt 6 Decks−0,20
1 Deck statt 6−0,50
Blackjack zahlt 6 zu 5 statt 3 zu 2+1,36
Ausgangspunkt: 6 Decks, Dealer steht auf 17, Verdoppeln auf 9–11, Verdoppeln nach Split, kein Aufgeben, ohne verdeckte Dealerkarte, Blackjack 3 zu 2 – Hausvorteil 0,61 % mit Grundstrategie. Plus heißt: schlechter für dich.
5.2

6 zu 5 ist der teuerste Unterschied. Zahlt ein Blackjack nur 6 zu 5 statt 3 zu 2, steigt der Hausvorteil um 1,36 Prozentpunkte, von 0,61 auf 1,97 %. Das ist gut das Dreifache. Bei 10 € Einsatz bekommst du für einen Blackjack 12 statt 15 €, und einen Blackjack hast du ungefähr in jeder 21. Runde. Bei allen 40 deutschen Spielbanken, deren Regeltext wir ausgewertet haben, zahlt der Blackjack 3 zu 2.

5.3

Weiche 17 und Verdoppeln. Zieht der Dealer auf einer weichen 17, kostet dich das 0,22 Prozentpunkte. Fehlt das Verdoppeln nach dem Split, sind es 0,13. Darfst du nur auf 10 und 11 verdoppeln statt auf 9 bis 11, kommen 0,10 dazu; darfst du auf jede Hand verdoppeln, gewinnst du 0,10. Prüft der Dealer vorab auf Blackjack, sinkt der Hausvorteil um 0,11 Prozentpunkte, weil deine verdoppelten und geteilten Einsätze dann nicht mehr an einen späten Dealer-Blackjack verloren gehen.

5.4

Aufgeben und Decks. Aufgeben würde dir 0,08 Prozentpunkte bringen, kommt aber bei keiner der 40 deutschen Spielbanken mit veröffentlichtem Regeltext vor. Die Zahl der Decks wirkt weniger stark, als viele glauben: 8 statt 6 Decks kosten 0,03 Prozentpunkte, erst ein einzelnes Deck bringt mit 0,50 Punkten richtig etwas. Wo deutsche Häuser die Zahl nennen, sind es 6 Decks oder höchstens 6.

Regelfall Fall 42

Ein Tisch wirbt damit, dass du auf jede Hand verdoppeln darfst. Dafür zahlt ein Blackjack dort nur 6 zu 5. Ist das ein guter Tausch?

Entscheidung

Nein. Das freie Verdoppeln bringt dir 0,10 Prozentpunkte, die schlechtere Auszahlung kostet 1,36. Im deutschen Normalfall steigt der Hausvorteil damit von 0,61 auf 1,88 %. Für einen Tisch mit 3 zu 2 nimmst du also lieber die Einschränkung beim Verdoppeln in Kauf.

Regel 6 · Bankroll und Schwankung in einfachen Worten

6.1

Kurzfristig entscheidet das Glück. Die 0,61 % sind ein Durchschnitt über sehr viele Runden. Spielst du an einem Abend 100 Runden mit je 10 €, setzt du 1.000 € um, und der rechnerische Verlust liegt bei gut 6 €. Das tatsächliche Ergebnis liegt praktisch nie dort, denn schon eine einzige Hand bewegt 10 € oder mehr. Ein Abend im Plus beweist daher nicht, dass du gut gespielt hast, und ein Abend im Minus nicht das Gegenteil. Deine Blackjack Gewinnchancen zeigen sich erst über sehr viele Runden.

6.2

Verdoppeln und Splitten verstärken die Ausschläge. Genau in den günstigen Lagen legt die Grundstrategie mehr Geld auf den Tisch. Teilst du ein Paar und verdoppelst danach auf beide Hände, liegt in dieser Runde das Vierfache deines Grundeinsatzes im Feld. Dein Budget muss also mehr tragen als die Summe der Grundeinsätze.

6.3

Ein Budget, das du verlieren kannst. Leg vor dem Spiel fest, wie viel du höchstens einsetzt, und hör auf, wenn es weg ist. Auch die beste Blackjack Strategie sorgt nur dafür, dass du im Schnitt weniger verlierst, nicht dafür, dass du gewinnst. Selbsttests und Beratung zum eigenen Spielverhalten bietet das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit unter check-dein-spiel.de an.

6.4

Eine Zahl für den Kopf. Pro 1.000 € Umsatz verliert an einem typischen deutschen Tisch rund 6 €, wer die Grundstrategie spielt, und rund 57 €, wer einfach die Regeln des Dealers nachahmt.

Häufige Fragen zur Blackjack Strategie

Was ist die beste Blackjack Strategie?

Die beste Blackjack Strategie ohne Kartenzählen ist die Grundstrategie: für jede Kombination aus deiner Hand und der offenen Dealerkarte der Zug mit dem besten Erwartungswert. Sie hängt von den Tischregeln ab, deshalb lohnt es sich, oben die Regeln deines Tisches einzustellen. Die Tabelle zeigt dann genau die Züge für diese Regeln.

Kann man mit einer Blackjack Strategie auf Dauer gewinnen?

Mit der Grundstrategie allein nicht. Sie senkt den Hausvorteil im deutschen Normalfall auf 0,61 % des Einsatzes, dreht ihn aber nicht um. Einen dauerhaften Vorteil kann nur verschaffen, wer weiß, welche Karten noch im Schuh sind, also Karten zählt, und selbst das wird an Tischen mit Mischmaschine oder früh gelegter Schneidekarte schwer bis unmöglich.

Wie hoch sind die Gewinnchancen beim Blackjack?

Mit Grundstrategie verlierst du im deutschen Normalfall auf lange Sicht 0,61 % deiner Einsätze, also 61 Cent je 100 €. Das ist wenig im Vergleich zum Roulette mit einer Null, wo der Vorteil der Bank bei einem Satz auf eine einzelne Zahl 2,70 % beträgt. Ohne Strategie steigt der Nachteil schnell auf 4 bis 6 %.

Funktioniert das Martingale-System beim Blackjack?

Nein. Jede Runde hat für sich denselben negativen Erwartungswert, und das Verdoppeln nach Verlusten ändert daran nichts. Es tauscht viele kleine Gewinne gegen seltene, sehr große Verluste. Spätestens das Tischlimit beendet die Reihe: Bei 5 € Start und 1.000 € Höchsteinsatz ist nach acht Verlusten in Folge Schluss.

Soll ich mit 16 gegen eine 10 ziehen oder stehen?

Mit einer 16 aus zwei Karten ziehst du, aber der Unterschied ist winzig: weniger als ein halber Cent je Euro Einsatz. Bei einer 16 aus drei Karten liegt je nach Zusammensetzung mal Stehen, mal Ziehen knapp vorn. Wer hier falsch liegt, verliert kaum etwas, anders als bei einer 12 gegen eine 7.

Soll ich zwei Achten gegen eine 10 teilen?

Nicht an einem Tisch ohne verdeckte Dealerkarte, an dem ein Blackjack des Dealers beide Einsätze nimmt. Dort kostet das Teilen rund 4,5 Cent je Euro mehr als das Ziehen. So rechnen wir den deutschen Normalfall, nach der üblichen europäischen Lesart; die deutschen Regeltexte schweigen dazu. Prüft der Dealer dagegen vorab auf Blackjack oder nimmt sein Blackjack nur den Grundeinsatz, teilst du die Achten auch gegen eine 10.

Lohnt sich die Versicherung beim Blackjack?

Praktisch nie. Sie zahlt 2 zu 1 und lohnt sich deshalb erst, wenn mehr als jede dritte restliche Karte eine Zehnerkarte ist. Nach einem offenen Ass stecken im vollen 6-Deck-Schuh aber nur 96 Zehnerkarten unter 311 Karten, also 30,9 %. Damit verlierst du im Schnitt 7,4 % des Versicherungseinsatzes. Mehr dazu unter Versicherung.

Welche Blackjack Tipps helfen wirklich?

Drei: die Grundstrategie für deine Tischregeln lernen, harte 12 bis 16 gegen eine 7 oder höher ziehen und Tische meiden, an denen ein Blackjack nur 6 zu 5 zahlt. Allein die zweite Regel spart im Schnitt 2,6 % des Einsatzes pro Runde gegenüber dem Stehenbleiben, die dritte 1,36 Prozentpunkte Hausvorteil.

Hilft Karten zählen gegen den Hausvorteil?

Rechnerisch ja, praktisch selten. Je mehr Zehnerkarten und Asse im Rest des Schuhs stecken, desto besser stehen deine Chancen, und wer dann höher setzt, kann vorn liegen. In deutschen Spielbanken bremsen Mischmaschinen und die Schneidekarte das stark. Wie es genau funktioniert, steht unter Karten zählen.

Wie lerne ich die Blackjack Strategie am schnellsten?

In der Reihenfolge der teuersten Fehler: zuerst harte 12 bis 16, dann das Verdoppeln mit 9, 10 und 11, dann die Paare, zuletzt die weichen Hände. Übe jede Gruppe, bis du sie ohne Nachdenken triffst. Im Trainer siehst du nach jeder Hand, ob dein Zug gestimmt hat.

Gilt die Strategie auch an einem Tisch mit 6 zu 5?

Ja, die Züge bleiben dieselben. Die schlechtere Auszahlung ändert keine Entscheidung außer der Versicherung, die du ohnehin nicht nimmst. Sie kostet dich aber viel: Der Hausvorteil steigt an einem typischen deutschen Tisch von 0,61 auf 1,97 %, weil du für jeden Blackjack 0,3 Einsätze weniger bekommst. Wenn du die Wahl hast, such dir einen Tisch mit 3 zu 2.

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