Regel 3 · Die wenigen Entscheidungen, die am meisten zählen
3.1Nicht jedes Feld ist gleich wichtig. Die Tabelle hat 350 Felder. Viele sind knapp: Ob du mit einer harten 16 gegen eine 10 ziehst oder stehst, macht nach unserer Berechnung weniger als einen halben Cent je Euro aus. Andere Fehler kosten richtig Geld, weil die Lage oft vorkommt und der Abstand zwischen bestem und zweitbestem Zug groß ist. Für den deutschen Normalfall haben wir ausgerechnet, was es über alle Runden gemittelt kostet, eine ganze Gruppe von Entscheidungen falsch zu treffen.
Was ein falscher Zug im Schnitt kostet | Lage | Richtig | Kosten des falschen Zugs |
| Harte 12 bis 16 gegen 7 bis Ass | ziehen | 2,60 % beim Stehen |
| Harte 12 bis 16 gegen 2 bis 6, außer 12 gegen 2 und 3 | stehen | 1,59 % beim Ziehen |
| 9, 10 und 11, wo die Tabelle Verdoppeln zeigt | verdoppeln | 1,14 % beim bloßen Ziehen |
| Paare, die geteilt werden | splitten | 0,53 % ohne Teilen |
| Weiche 17 aus Ass und 6 | ziehen | 0,22 % beim Stehen |
Prozent des Grundeinsatzes pro Runde, gemittelt über alle Runden, nur die erste Entscheidung mit zwei Karten. 6 Decks, Dealer steht auf 17, Verdoppeln auf 9 bis 11, ohne verdeckte Dealerkarte.
3.2Die erste Zeile ist die wichtigste. Eine harte 12 bis 16 gegen eine offene 7 oder höher hast du in knapp 23 von 100 Runden vor dir. Wer dann aus Angst vor dem Überkaufen stehen bleibt, zahlt dafür im Schnitt 2,6 % seines Einsatzes pro Runde drauf, gut viermal so viel wie der gesamte Hausvorteil. Der Grund ist schlicht: Mit einer 7 bis Ass überkauft sich der Dealer deutlich seltener, und mit 16 gewinnst du nur, wenn er sich überkauft.
3.3Die zweite Zeile ist das Spiegelbild. Zeigt der Dealer eine 2 bis 6, überkauft er sich in 35 bis 42 von 100 Fällen. Dann lässt du ihn die Arbeit machen und bleibst mit 13 bis 16 stehen, mit 12 nur gegen 4, 5 und 6.
3.4Zwei Stellen hängen an der verdeckten Karte. An deinem Tisch gibt es keine verdeckte Dealerkarte, und ein Blackjack des Dealers nimmt auch verdoppelte und geteilte Einsätze mit. So lautet die übliche europäische Lesart, die deutschen Regeltexte sagen dazu nichts. Deshalb verdoppelst du 11 gegen eine 10 nicht, und zwei Achten gegen eine 10 oder ein Ass teilst du nicht. Amerikanische Tabellen sagen an beiden Stellen das Gegenteil. Die Tabelle und der Trainer folgen den Tischregeln, die oben eingestellt sind.
3.5Lernen in dieser Reihenfolge. Wer die Blackjack Strategie lernen will, arbeitet die Tabelle oben von der ersten Zeile an ab: erst die harten Hände, dann das Verdoppeln, dann die Paare, zuletzt die weichen Hände. So sitzen die teuersten Fehler zuerst.
Regelfall Fall 40
Du hast zwei Achten, der Dealer zeigt eine 10. Dein Nachbar sagt: „Achten teilt man immer.“ Hat er an einem deutschen Tisch recht?
Entscheidung
Nein. An deinem Tisch ohne verdeckte Dealerkarte teilst du nicht, sondern spielst die Hand als harte 16. Im deutschen Normalfall kostet das Ziehen im Schnitt 57,1 Cent je Euro, das Teilen 61,6 Cent, weil ein Blackjack des Dealers, der mit einer offenen 10 in 7,7 von 100 Fällen kommt, beide Einsätze nimmt. Die Regel „Achten immer teilen“ stammt von Tischen, an denen der Dealer vorab auf Blackjack prüft.